08.07.2021

Das Warten aufs Update

Das Foto zeigt ein Smartphone, auf dem die Corona-Warn-App geöffnet ist. Unter der grünen Anzeigekachel „Niedriges Risiko“ ist die blaue Kachel „Digitaler Impfnachweis. SARS-CoV-2 Impfschutz“ zu sehen. Unter dem Smartphone liegt ein gelber Impfpass.
Das digitale Impfzertifikat ist praktisch, aber das gelbe Impfbuch behält weiter seine Gültigkeit. Foto: IMAGO / Michael Matthey

Spätestens Mitte Juli sollen alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Lage sein, das digitale Impfzertifikat schnell und unkompliziert auszustellen. Dazu benötigen sie ein entsprechendes Software-Update für ihre Praxisverwaltungssoftware (PVS), an dem einige Hersteller gerade noch arbeiten. Bislang und auch weiterhin ist der gelbe internationale Impfausweis für die Dokumentation der Covid-19-Impfung ausreichend.

Ohne das Software-Update und nur mit dem von IBM entwickelten Impfzertifikatservice des Robert Koch-Instituts (RKI) müssten die Ärztinnen und Ärzte und ihr Praxispersonal für jeden Geimpften den Namen, Geburtsdatum, Impfstoff, Impfdosis und Impfdatum manuell eingeben. „Das kostet zusätzlich zum normalen Praxisbetrieb und den Covid-19-Impfungen viel Zeit, die die Praxen aktuell nicht haben“, betont KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Dennoch haben einige Kassenärztliche Vereinigungen ihren Mitgliedern den Zugang zur RKI-Webanwendung bereitgestellt. „Wir empfehlen den Ärztinnen und Ärzten eher abzuwarten, bis die Funktion zur Erstellung der Impfzertifikate ins PVS integriert ist“, so Kriedel weiter. Dann müssen die für den Impfpass notwendigen Daten nicht noch einmal zusätzlich dokumentiert werden und der QR-Code wird mit einem Klick generiert. Ein entsprechendes Update haben aktuell rund 60 Prozent aller PVS-Hersteller angekündigt. Die Kosten dafür zahlt das Bundesgesundheitsministerium direkt an die Hersteller.

Die ersten Updates sind sogar schon eingespielt und die entsprechenden Vertragsärztinnen und -ärzte stellen die Zertifikate bereits aus. „Wir gehen davon aus, dass alle PVS-Hersteller ihren Arzt-Kunden eine solche technische Lösung anbieten. Wenn man die speziell für die nicht-impfenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten entwickelten PVS-Systeme abzieht, rechnen wir derzeit mit einer Marktdurchdringung von 80 Prozent“, sagt Kriedel. Auch schon jetzt verlasse jeder geimpfte Patient und jede geimpfte Patientin die Arztpraxis mit einem gültigen Impfzertifikat: dem gelben internationalen Impfpass. „Dieser ist zum Nachweis der Covid-19-Schutzimpfung völlig ausreichend und wird es auch bleiben“, so Kriedel.

Das Videovorschaubild zeigt Dr. Andreas Gassen, den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Videostatement von Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), zum elektronischen Impfzertifikat.

Wer seinen Impfstatus dennoch lieber digital nachweisen möchte, erhält ab Mitte des Monats auch in der Arztpraxis ein ausgedrucktes Dokument mit einem QR-Code. Mit Hilfe der neuen CovPass-App oder der Corona-Warn-App kann der Code gescannt und so die Daten zur Impfung auf dem Smartphone gespeichert werden. Seit dem 1. Juli sollen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zudem auch Zertifikate für Genesene ausstellen.

Meike Ackermann